Vortrag Magnus Menges

Vortrag Magnus Menges Heidelberg 2017

Magnus Menges Der Weg zur Buckfastbiene, ihre Zucht und der Wert für die Imkerei. Vortrag am 28.01.2017 in Heidelberg

Die Veranstaltungen der Badischen Imkerschule in Heidelberg haben ja schon Tradition. In Zusammenarbeit mit Buckfast Süd hatten sich die Veranstalter auch in diesem Jahr wieder zusammengetan und als hochkarätigen Referenten den Vorsitzenden der Europäischen Buckfastgemeinschaft Magnus Menges gewinnen können.

Als sehr akribischen und bis ins Detail organisierten Züchter konnten ihn alle Anwesenden bei diesem Tagesvortrag kennenlernen. Kulinarische Höhepunkte mit Spanferkel und feinen Salaten machten den Tag am gleichnamigen Spanferkelhof wieder zu einem Hochgenuss.

Als Plattform für den gegenseitigen Austausch ist die Badische Imkerschule in Heidelberg eine feste Adresse für regionale und überregionale Imker geworden.

„Wenn man in der Zucht alles richtig macht, dann stimmt´s auch oben im Honigraum“

Mit diesem verheißungsvollen Zitat begann Magnus seinen Vortrag über die Zucht der Buckfastbiene.

Wie schaut Sie denn eigentlich aus die Buckfastbiene? Als Gelbärsche, die stechen und aggressiv sind werden sie in manchen Gegenden unseres Landes immer noch laienhaft betitelt. Völlig frei von jedem Sinn und Verstand. Als Bastard und nicht erbfest gilt sie in manch ideologischen Kreisen bis heute. Es handelt sich hierbei um Argumente von Menschen, welche die Buckfastbiene nie genau kennengelernt haben.

Reine Buckfastbienen ausschließlich an der Farbe fest zu machen entbehrt sich jeder Professionalität. Diese Bienen werden nicht nach Farbe sondern nach Leistung gezüchtet.

Phänotyp und Genetik haben oft nichts miteinander zu tun, bekräftigt Magnus in seinen Ausführungen. Das Gute an den Buckfastbienen ist die breite genetische Vielfalt, bei welcher man nicht zu schnell in eine Inzuchtdepression gerät.

Magnus spannte gleich zu Beginn einen großen Bogen und ging ausführlich auf das Leben, Wirken und Schaffen Bruder Adams ein. Es ist uns allen hinlänglich bekannt, was der deutschstämmige Mönch aus Mittelbiberach in der Klosterabtei von Buckfast Abbey in England im Laufe seines langen und erfüllten Lebens für die Imkerei geleistet hat. Seit 1919 die Leitung der klösterlichen Imkerei übertragen, hatte er das Privileg, sich sein ganzes Leben der Bienenzucht zu widmen. Bei der ursprünglichen Herausforderung, die damals landesweit vorherrschende Tracheenmilbe  in den Griff zu bekommen, verstand es Bruder Adam schnell, dass über Zucht Kombinationen möglich waren, die eine Biene erschufen welche mit dieser gut zurecht kamen. Dies waren damals Kreuzungen aus der altenglischen Rasse und der Italiener Biene. Eine ungeahnte Vitalität entwickelte sich und war der Anstoß für eine ständige Verbesserung seiner Bienenstämme. Das Projekt Buckfastbiene war geboren.

Inspiriert durch Langstroth und Dadant ließ er sich durch die guten Kontakte in die USA neue Beutentypen ins Kloster kommen. Ziel war es, dieser durch ihn neu geschaffenen und äußerst fruchtbaren Biene eine optimale Behausung zur Verfügung zu stellen. Die heute erhältliche und von ihm modifizierte 12er Dadant Beute passte für ihn ideal zu der fruchtbaren Kreuzung. Hier konnte sie sich seine Biene ungehemmt in nur einem Brutraum entwickeln. Die Wahl auf Dadant US beruhte ausschließlich auf die guten englischsprachigen Kontakte in die Vereinigten Staaten, ansonsten hätte es auch durchaus die bis dahin schon in Europa verbreitete Dadant Blatt Beute sein können.

Bis 1930 konnte er somit seinen kompletten Bienenstand einheitlich mit Beutenmaterial ausstatten und die alten Englischen Maße, welche nicht mehr zu seiner Biene passten ausmustern.

Das Aufstellungsschema der Beuten und die Organisation seiner Imkerei gilt bis heute als beispielhaft. Zu Beginn seiner Kreuzungsversuche traf Bruder Adam auf das Werk von Prof. Dr. Ludwig Armbruster. Dessen Bienenzüchtungsurkunde unterstützte ihn in seinen praktischen Beobachtungen und bestätigte diese. Die Mendelschen Gesetze bekräftigten Bruder Adam weiterhin in seiner These, dass Kombinationen unter den Bienenstämmen möglich sind. Durch die heute bekannten Erkenntnisse der Mehrfachpaarung war sich Bruder Adam schon damals bewusst, dass man die Drohnenlinie beherrschen muss, möchte man nachhaltigen Erfolg in der Zucht erlangen. Auch wenn dieses Wissen damals noch nicht in diesem Ausmaß bekannt war.

1925 begann Bruder Adam mit der Einrichtung einer Landbelegstelle. Seine Begattungseinheiten waren Dadant Halbwaben. Ein System, mit welchem er durch ziehen von Schieden problemlos Völker vereinigen konnte. Untergebracht waren je vier Einheiten in unterschiedlichen Flugrichtungen.

1929 hatte Bruder Adam begonnen, dunkle französische Bienen zu importieren. Ziel war es, Eigenschaften wie Vitalität sowie die Flugkraft seiner Bienen zu verbessern. Diese Bienen paarte er auf seiner Belegstelle an. Unerwünschte Eigenschaften wurden von ihm akribisch ausselektiert. Durch Tante-Neffe Paarungen erreichte er es, die gewünschten Eigenschaften erbfest zu machen. Diese Verpaarung sollte in regelmäßigen Abständen wiederholt werden, um die erzielten Merkmale weiterhin zu festigen. Auch dies war ein Novum in der Bienenzucht der damaligen Zeit.

Bis zu 1200 Königinnen ließ Bruder Adam nach eigenen Angaben schlüpfen. An die 1000 wurden stellenweise abgedrückt da sie die falsche Farbe hatten auf welche zurückzuführen war, dass diese unerwünschte Eigenschaften mit sich bringen. Es wurde damals geschlussfolgert, dass ein zu helles Erscheinungsbild mit Einbußen in der Vitalität einhergehen.

Im Zeitraum zwischen 1915 und 1940 hatte Adam eine Methode für sich perfektioniert, bei der die Kombination die Qualität verschiedener Bienenrassen vereint ohne dabei die lokale Anpassung zu verlieren.

Ab dem Jahr 1950 hat sich Bruder Adam auf Grund seines begrenzten Einzugsgebietes auf ausgedehnte Imkerreisen in nahe und ferne Destinationen begeben - hin zu neuen Bienenstämmen. 230.000 km mit dem Auto, Tausende Kilometer per Flugzeug und Schiff nahm er auf sich um seinem unermüdlichen Drang nach einer weiteren Verbesserung seiner Bienengenetik zu befriedigen. Deutschland, Frankreich, Schweiz, Syrien, Libanon, Spanien, Portugal, Marokko, Türkei, Jugoslawien, Ägypten, Griechenland oder Israel waren nur einige der Reiseziele. Er beschaute sich Völker und Bienenstände bei lokalen Imkern und versuchte die für seine Bedingungen besten Eigenschaften in seine Heimat zu nehmen. Dies geschah durch den Import von Bienenmaterial und Zusendung von Königinnen nach England. Hierbei viel natürlich eine Menge an Ausschuss an, welche für seine Bedürfnisse vor Ort nicht passend waren.

1962 – 1975 hatte er eine Vielzahl an Bienen angepaart. Aus allen Rassen wurden jedoch niemals Carnica Bienen in den Buckfaststamm eingekreuzt. Der Schwarmtrieb hatte sich als nicht annehmbar herausgestellt und war wirtschaftlich uninteressant. Hervorzuhebende Rassen sind eingekreuzte Cecropia  (Sanftmut und Schwarmträgheit) sowie die Anatolica Biene, von der die Buckfastbiene ihren Sammeleifer, die Fruchtbarkeit, die Langlebigkeit und die Wetterresistenz besitzt. Die Cecropia Biene kommt der Carnica vom Aussehen sehr nahe. Des Weiteren wurden die Rassen Monticola eingekreuzt (sehr schwarz) sowie die Sahariensis (Sahara Biene). Durch all diese eingekreuzten Rassen, welche ein unterschiedliches Aussehen mit sich bringen, sind jederzeit diverse Farbanomalien bei der Buckfastbiene möglich.

Für viele der Anwesenden war der nun folgende Teil über die Entstehung und
Geschichte der Buckfastgemeinschaft sicherlich ein sehr interessanter Bestandteil des Vortrages.

Der eigentlicher Wegbereiter war Bruder Adam. Als Erzüchter und Vater der Buckfastbiene hielt er schon damals viele Vorträge über den Englischen Sprachbereich hinaus. Franz Fehrenbach holte ihn damals als Förderer und Freund nach Deutschland und unterstütze ihn bei seinen Expeditionen - auch finanziell.

Inspiriert durch die Vorträge Adams wurden von Günther Ries und Franz Fehrenbach innerhalb des Kasseler Imkervereins die Buckfast Arbeitsgemeinschaft gegründet. Auf Grund des rasanten Mitgliederanstiegs wurde am 20.06.1980 aus der Arbeitsgemeinschaft Buckfast innerhalb des Kasseler Vereins eine eigenständige Gemeinschaft der Buckfastimker mit ca. 100 Mitgliedern und einer ersten Vorstandschaft. Dies war der Startschuss für das, was aus der Gemeinschaft bis heute geworden ist und sich bis dahin entwickeln sollte.

Weitere Wegbereiter wie Michael van der Zee, Eric Östersund, Raymond Zimmer, Thomas Rüppel und Paul Jungels sind hier unbedingt noch zu nennen.

Immer mehr Berufsimker wurden durch die Vorträge Bruder Adams inspiriert und die Buckfastbiene wurde immer „salonfähiger“. Gerade erwerbsorientierte Imker hatten ein ganz besonderes zweckdienliches  Interesse an dieser Biene. Durch die Schwarmträgheit und der damit verbunden Arbeitserleichterung sowie den höheren Honigerträgen hatte sich diese Zielgruppe an der Biene orientiert. Hiermit ließ sich ertragreich imkern und wirtschaften.

Zu den wegweisendsten Vorträge Bruder Adams mit seinen Kernaussagen gehören:

Hannover:
Die Verbesserung der Honigbiene auf dem Weg der Züchtung, ist die vornehmste Aufgabe aller fortschrittlichen Imker und Imkervereinigungen.
Kümmert euch um das was in euren Kisten ist und fangt an eure Bienen zu verbessern. Es gibt die Möglichkeiten hierzu. Man muss nicht nur das nehmen, was die Natur uns vorgibt.

Kurhessischer Vortrag in Kassel, seine Betriebsweise:
Der Erfolg bei der Imkerei ist die echte Honigleistung. Grundlage ist die Zucht. Betriebsweise und Zucht müssen aufeinander abgestimmt sein.

Köln:
Über die Kombinationszucht und den Werdegang der Buckfastbiene. Die Kombinationszucht ist die explosivste Möglichkeit alle Schranken zu sprengen die innerhalb der Zucht einer Rasse gesetzt sind.

Dornstadt:
Die Ideale Buckfastbiene bezog sich stets auf streng wirtschaftliche Ziele, verbunden mit einem minimalen Zeit und Arbeitsaufwand.

Bornesholm:
Vortrag über die weitere Entwicklung der Buckfastbiene. Ohne Reinzucht hätte eine Kreuzungszucht keinen Sinn. (Tante Neffe Paarung.)

Die ersten Imker welche sich zu dieser Betriebsweise und der Buckfastbiene bekannten, hatten keinen leichten Stand. Sie hatten mit großem Ärger und Frevel zu kämpfen. Stände wurden verwüstet, Fluglöcher zugeschmiert oder Beuten angezündet. In manchen Gegenden oder Ländern halten diese Anfeindungen leider bis heute an.

Magnus Menges ging auch auf den Zeitraum der Deutschen Wiedervereinigung ein. Hier konnte die Gemeinschaft nochmal einen deutlichen Zuwachs an Mitgliedern erfahren.

Die dortigen Imker waren ständig auf der Suche nach rationelleren Möglichkeiten der Bienenhaltung. In der DDR war die Imkerei eine hochsubventionierte Freizeitgestaltung bei welcher die Vermarktung über Genossenschaften organisiert wurde. Der Stand der imkerlichen Weiterbildung war damals hoch, die Zahl der dortigen Imker ebenfalls. Es gab ausreichend viele Seuchengutachter die mit maximal 48 Völker betraut wurden. Nach der Wende musste die organisatorische Frage über die zukünftige Zugehörigkeit der Imkerschaft getroffen werden.

Ein wahrer Paukenschlag hierzu war der Vortrag von Imkermeister Wofgang Pientka in Soltau 1991. Er referierte über die Arbeitszeit als wirtschaftlichen Faktor in der Imkerei sowie die Vorzüge der Buckfastbiene für die Berufsimkerei. Die Lösung von der Hinterbehandlungsbeute hin zur Magazinimkerei in den damaligen neuen Bundesländern. Die Buckfastbiene bekam eine schnelle Fangemeinde in der ehemaligen DDR. Erste
„Ost Mitglieder“ wurden bei der Jahreshauptversammlung 1991 begrüßt und aufgenommen.

1994 begannen durch Thomas Rüppel Diskussionen über die Einrichtung einer Belegstelle auf Baltrum. Doch beim DIB stieß man hier auf taube Ohren und wurde nicht ernst genommen. Aus dieser Debatte heraus entstand ein Rechtsstreit über die Handlungsfähigkeit der Gemeinschaft und darüber hinaus der erste Landesverband in Niedersachsen mit dem 1. Vorsitzenden Hermann Kleinfeld. Dieser Landesverband legte den Grundstein für alle späteren Landesverbände und die bis heute prägende Struktur in der Gemeinschaft. Über diesen neu gegründeten Landesverband war es nun möglich öffentliche Fördermittel für die Einrichtung einer Belegstelle zu beantragen. Ziel war es, das Recht zu erhalten auf einer Belegstelle Buckfastbienen anzupaaren. Tierzucht ist eben Ländersache.

Seit 1994 unterhält die Gemeinschaft verschiedene Land,- Insel- und Hochgebirgsbelegstellen. Hinzu kommen Projekte zur instrumentellen Besamung, welche über die einzelnen Landesverbände organisiert werden. Bis dahin lag das Grundinteresse der Gemeinschaft darin begründet, Zuchtmaterial welches ausschließlich bei Günther Ries und Franz Fehrenbach zu bekommen war unter den Mitgliedern zu verteilen. Finanzielle Mittel hierfür wurden auch immer wieder an Bruder Adam gespendet.

Am 03.09.1996 verstarb Bruder Adam.
In 2001 ging eine Zeit voller Spannungen zu Ende und die Gemeinschaft erhielt eine neue Satzung. Mitglieder der Landesverbände waren automatisch Mitglieder der Europäischen Gemeinschaft der Buckfastimker.

Im zweiten Teil seiner Ausführungen vertiefte Magnus Menges den Vortrag mit dem eigentlichen Thema Zucht und den Selektionskriterien der Buckfastbiene.

Magnus ging in seinen ersten Ausführungen auf die Grundlagen der Bienenentwicklung ein. Die ersten 3 Tage einer Biene sind immer gleich. Die darauf folgenden Stadien sind artspezifisch unterschiedlich in Entwicklung und Zeit so seine Worte. Eine Biene durchläuft in ihrem Leben verschiedene Stadien die, wenn bereits durchlebt, nur schwer wieder aufgenommen werden können.

Wie elementar wichtig es ist, die richtigen Larven für die Zucht auszuwählen beschreibt Magnus vehement.  Das Geleé Royal zur Fütterung der künftigen Königinnen wird in den Kopfdrüsen der Ammenbienen produziert. Es darf daher keine Fütterung der Bienenlarven mit Pollen oder Honig erfolgen. Bekommt eine Made Bienenbrot, fängt sie bereits an, sich in Richtung einer Arbeiterin zu entwickeln. Nimmt man eine solche Made für die Zucht, welche bereits zu groß oder zu alt ist, so wird sich das später stets in der Qualität der Königin niederschlagen.

Umgelarvt wird stets und unbedingt immer nur von Larven die jünger als 12 Stunden sind. Niemals von sogenannten „Regenwürmern“ wie Magnus scherzt. Die passenden findet man bevorzugt am Rande von Eigelegen. Ansonsten erzüchten wir Tiere, deren Eigenschaften durch zu spätes umlarven eingeschränkt sind. Die Königinnenversorgung ist wie bereits erwähnt von der Futtersaftdrüsen der Ammenbienen gesteuert. Daher benötigen die Arbeiterinnen stets eine sehr gute Pollenversorgung. Junges Larvenmaterial und eine gute Pollenversorgung der Ammenbienen sind die Grundpfeiler auf welcher der Beginn einer jeden Zucht beruht.

Unsere Honigbienen durchlaufen in ihrem Leben diverse Stationen, welche am besten von denen ausgeführt werden, welche das entsprechende natürliche Altersstadium dazu haben. Bereits ausgeführte Tätigkeiten sind zwar wieder abrufbar, jedoch nicht von der gleichen Qualität der Ausführung. Je älter eine Biene wird, desto weiter entfernt sie sich von der Königin. Ganz junge Bienen sind daher in direktem Kontakt mit ihr. Es ist daher äußerst wichtig, dass wir in der Zucht 10-12 Tage alte Pflegebienen von herausragender Qualität und Versorgung haben.

Beim Begriff Zucht müssen zwei Begriffe ganz deutlich voneinander unterschieden werden. Vermehrung ist die weitgehend identische Reproduktion und Erzeugung neuer identischer sowie weitgehend ähnlicher Individuen. Zum Beispiel betrifft dies das ziehen von Zellen einer Reinzuchtkönigin. Auch die Nachschaffung von Jungfern einer selektierten Zuchtmutter. Dies hat mit Zucht zunächst nichts zu tun. Zucht geht über die Vermehrung hinaus. Es muss unbedingt ein Zuchtziel geben. Gewünschte Eigenschaften sollen verbessert werden. Es sind problemorientierte Denkansätze vorhanden. Beispielsweise die Verbesserung der Eigenschaft Schwarmträgheit. Ziel ist es, den eigenen Bienenstand dahin zu bringen dass möglichst nur noch wenige Näpfchen angelegt werden, jedoch keine betriebstechnisch sinnlosen Maßnahmen wie das Schröpfen von Brut mehr notwendig sind. Die Genetik muss verändert werden. Zucht ist eine kontrollierte Vermehrung welche sich an Selektionskriterien messen lassen muss. Es können nur Eigenschaften verbessert werden, welche auch tatsächlich vorhanden sind.

Es wurden verschiedene Zuchtwege vorgestellt. Man kann sowohl an Belegstellen verpaaren oder instrumentell besamen. Es muss aber in jedem Fall eine Selektion vorliegen.

Es gibt ganz unterschiedliche Verwandschaftspaarungen. Tiere die eng miteinander verwandt sind (Inzucht oder Reinzucht), verschiedene Linien (Kombinationszucht), oder unterschiedliche Rassen (Kreuzungszucht). Die Inzucht ist immer vom Menschen gesteuert und kommt in der Natur selten bis gar nicht vor. Das Problem hierbei: Geht man zu nah, kann es zu einer Inzuchtdepression kommen, welche sich meist in mangelnder Vitalität, nachlassendem Verteidigungssinn und geringem Sammeleifer niederschlägt.

Wenn wir anfangen mit der praktischen Bienenzucht ist eine Maximalstärke an Pflegebienen in den Startern herbeizuführen. Eine optimale Pflege und Versorgung der Königinnenzellen muss zu jedem Zeitpunkt gegeben sein.

Arbeitet man mit einem Starter, sollte dieser nie länger als zwei Stunden ohne Zuchtstoff sein. Dies hängt mit den Futtersaftdrüsen der Ammenbienen zusammen. Werden diese nicht gereizt und müssen erst wieder reaktiviert werden, so kann die Made unter Umständen im trockenen Liegen. Diese herbeigeführte Situation schlägt sich zwingend in der Qualität der Königinnen nieder. Es ist bei der Königinnenzucht, wie Bruder Adam bereits anmerkte jegliche Künstelei zu vermeiden.

Eine Königin die im Brutschrank schlüpfte hat niemals die Vitalität und die Leistungsfähigkeit wie eine Weisel die in ihr zukünftiges Volk hineingeschlüpft ist. Sie erhält eine ideale Versorgung und verbringt darin auf optimale Weise ihre ersten Lebensstunden. Wird eine Königin zu lange gekäfigt, ist dies ebenfalls problematisch da sich hieraus ein Legestau entwickeln kann. Bruder Adam sagte schon: Eine Königin, welche schon einmal gekäfigt wurde, kann niemals mehr so leistungsfähig sein, wie eine die an Legeleistung das bringen kann was sie bringen möchte.

Zuchtmütter müssen immer in herausragendem Zustand sein. Die Brutfläche ist zu beschränken, damit stets vitales und frisches Larvenmaterial erhalten bleibt.

Bei mangelnder Tracht ist diese mit Honiglösung zu füttern.

Magnus erklärte nun ausführlich seinen Weg für die Erstellung des idealen Pflegevolkes. Diese Variante wurde bereits so von Bruder Adam angewendet. 13 Tage bevor Magnus umlarven möchte, wird ein Startervolk erstellt. Es wird hierfür ein vollwertiges Wirtschaftsvolk mit Königin vom Stand genommen. Auf dieses Volk kommt über Absperrgitter eine leere Brutraumzarge. Nun werden vom selben Bienenstand - von Völkern welche sich nicht in der Selektion befinden, geschlossene Brutwaben gesammelt. Es sollten 10 Stück an der Zahl sein. Links und rechts kommen je zwei Futterwaben an den Brutsitz. Die 12er Kiste ist damit befüllt. Die Brutwaben behalten die ansitzenden Bienen bei. Danach verbleibt der Innendeckel für 20 Minuten offen.

Somit gehen die Bienen aus den nun fremden Waben durch das einfallende Licht schneller nach unten und gewöhnen sich besser aneinander. Man erhält auf diese Weise ganz viele Bienen mit unterschiedlichen Eigenschaften. Dieses Gemisch an fördert enorm die Pflegeaktivität. Auf dieses „Supervolk“ sollten wenn Tracht herrscht ein, besser zwei Honigräume gegeben werden. Es ist ein extremer Flugverkehr. Ansonsten besteht die Gefahr, dass die Bruträume verhonigen. Zehn Tage nach Erstellung dieser großen Einheit muss man den oberen Brutraum unbedingt auf vorhandene Weiselzellen kontrollieren. Zwei Stunden bevor man den Zuchtrahmen einhängt, kommt die obere Brutraumzarge dann an Stelle der Unteren, der untere Brutraum wird am Stand versetzt und die Flugbienen fliegen alle wieder in das nun auf einem Brutraum sitzende Pflegevolk. Man sucht die Königin aus dem ehemals unteren Brutraum und stößt noch zusätzlich von sechs bis acht Brutwaben Bienenmasse dem oberen Magazin hinzu. Es kann nun keine offene Brut mehr in der ehemals zweiten Zarge vorhanden sein und man hat ein optimales Pflegevolk. Dann wird die Zuchtlatte eingehängt, maximal 30 Zellen pro Latte. Im oberen und unteren Bereich des Zuchtrahmens hat Magnus die Möglichkeit Honig direkt in eine Aussparung des Rahmens zu geben. Die Bienen ziehen sich daran fest und haben auch direkt eine gute Versorgung.

Magnus arbeitet mit dem Nicot System. Die Rahmen sind so pfiffig konstruiert, dass er mit einem Hebel bzw. einer Leiste die Näpfchen clever zur Seite drehen kann. Eine äußerst praktische Erfindung und die ganze Fummelei entfällt. Dies ist nur ein Verfahren wie man zu Zellen kommen kann - das für ihn gebräuchlichste.

Er stellte alternativ noch das Verfahren mit der Schwedenbox als Starter vor. Diese Methode wurde so bereits eingehend in anderer Literatur beschrieben. Hier sollten max. 20 Zellen hinein gegeben werden. Es darf keine offene Brut darin sein. Man stattet die Box mit einer Pollenwabe, 2 Futterwaben und eine Wasserwabe (lauwarm) aus. Diese verhindert das Aufbrausen. Hinzu kommt natürlich die Zuchtlatte. Die sogenannte Schwedenbox ist mit einem Trennschied konstruiert und landet in Kellerhaft. Es ist darauf zu achten, dass genügend Trommelraum vorhanden ist, indem sich die Bienen aufhängen können. Generell ist diese Box Marke Eigenbau. Es wird zwingend ein Finisher benötigt. In diesem werden die Zellen so lange gepflegt, bis diese verdeckelt sind und in die Begattungseinheiten verbracht werden können. Prinzipiell ist für den Finisher jedes Volk verwendbar.

Das von Magnus beschriebene Verfahren unterscheidet sich hier nicht wesentlich von den allgemein angewandten Finishern. Man nimmt ein Volk, setzt zwei Honigräume darauf  und entnimmt sechs Honigwaben. Nun werden diese mit zwei Brutwaben (offene Brut) bestückt.

Diese halten die Pflegebienen auch über Nacht oben in den Honigräumen und die Königinnenzellen werden nicht unterkühlt. Die Zellen werden genau zwischen die zwei Brutwaben gehängt und sind optimal versorgt. Das Brutklima ist hierbei passend.

Magnus stellte außerdem noch das wohl allen bekannte klassische Anbrüterverfahren vor.

Das Kernproblem einer jeden klassischen Begattungseinheit ist sicherlich die Frage, welche Bienenmasse man für welche Begattungseinheit benötigt. Diese Frage wird bei einer Zunahme an verschiedenen Begattungseinheiten immer schwieriger. Magnus machte hier aus der Not eine Tugend und entwickelte sich nach Jahren seine ganz eigene perfekte Lösung mit seinem ¼ Dadant Stecksystem. Dieses ist zu 100% kompatibel zum Dadant Standmaß. Praktischer und ausgereifter kann eine Gesamtbetriebsweise kaum sein. Zwei Waben zusammen gesteckt passen immer in eine 12er Kiste hinein, egal ob in den Honigraum oder den Brutraum. Es können somit alle Waben auch in der Begattungseinheit genutzt werden. Später bei der Selektion  werden ½ Dadant Rähmchen genommen, welche zusammensteckbar eine normale Dadant Brutwabe ergeben. Es muss somit keine Königin mehr gekäfigt werden und es kann eine perfekte Vorselektion erfolgen. Dieses Maß hatte bereits Bruder Adam auf seinen Ständen. Leider ist dieses System so nur in eigener Fertigung zu erhalten.

Fährt man eine Belegstelle an, so ist stets auf absolute Drohnenfreiheit zu achten. Ansonsten kommt es zu unerwünschten Fehlpaarungen. Magnus stellte hier noch ein altes Verfahren wie den Drohnensiebkasten vor sowie seine praktische Verwendung. Man holt sich die gewünschte Bienenmasse (anderer Stand) und gibt diese in die Schublade des Siebkastens. Oben befindet sich eine Königin. Die Arbeiterinnen nehmen diese wahr und ziehen durch das Drohnenundurchlässige Lüftungsgitter. Die Drohnen verbleiben in der Schublade. Danach kann man mit einer Handschöpfkelle direkt an der Traube die Drohnenfreie Bienenmasse abnehmen. Ähnlich funktioniert der sogenannte Säulensiebkasten. Es ist aber insgesamt ein eher aufwendiges Verfahren. Bienenstand anfahren, Honigräume abnehmen, Bienen abschütteln, dann wieder nur Jungbienen verwenden. Bei zu vielen Altbienen läuft das Ganze Unterfangen zuerst einmal rückwärts….

Magnus bessere Alternative ist die ¼ Dadant Variante. Von der Begatttungseinheit bis zu den Vorselektionseinheiten ist ein Hin und herhängen möglich. Gute Königinnen sind sofort zu erkennen. Ein schnelles Erweitern und auch das Umsetzen ist so optimal möglich.

Seine Begattungseinheiten erstellt er, indem er seine ¼ Dadant Waben über Absperrgitter auf Wirtschaftsvölker in Honigräume gibt. Aus ¼ wird durch zusammenstecken ½ Dadant. Die Bienen füllen diese Waben während der Tracht mit Honig. Dann setzt er die Königin nach oben in die Honigräume, so dass diese ihm die Waben der Begattungseinheiten bestiftet. Man erhält mit dieser Methode eine ideale Bienenzusammensetzung inkl. Futter. Die Rähmchen sind mit einer Aussparung versehen und so gebohrt, dass genau eine Weiselzelle dazwischen passt. Nun kommt noch eine Folie mit Loch darauf, an der Stelle an der die Zelle in die Einheit gebracht werden soll. Die Begattungseinheit  besteht zudem noch aus einem Lüftungsabteil um einem Verbrausen der Völker beim Transport entgegenzuwirken. Alle Kästchen natürlich wieder selbst geschreinert.

Seinen Futterteig für die Begattungseinheiten stellt er selbst aus Honig, Puderzucker, Hefe und Vitamin C her. Dieser reicht für vier Wochen bei trachtloser Zeit. Futtermangel gibt es so während der Zeit auf der Belegstelle niemals. Der Weg auf die Belegstelle ist nicht so heikel. Beim Heimweg jedoch herrscht schon auf Grund der Brut eine höhere Temperatur in der Einheit und die Gefahr des verbrausens erhöht sich. Dies bedenken viele Imker nicht und die vielleicht besten Königinnen gehen so unnötig verloren.

Magnus hat sich zusätzlich Einstellscheiben für seine Begattungseinheiten konstruiert. Diese sind mit verschiedenen Ausfräsungen versehen. „K“ für Königin, einem „A“ für Arbeiterin und einem „O“ für offen. Daheim am Stand alle auf A gestellt und die Königin kann nicht heraus und Drohnen nicht hinein. Diese selbst konstruierte Begattungseinheit spricht in dieser durchdachten und praktischen Art wieder Mals für sich.

Weiselzellen sollten nach Magnus Angaben mindestens zwischen 3,5cm bis 5cm messen. Dann erhält man auch vernünftige Königinnen. Es ist darauf zu achten, dass bei den Näpfchen von Nicot nicht gegeizt wird und stets neue verwendet werden. Es bleibt immer etwas Schmutz darin haften, welche die Bienen nicht mögen und dann auslassen.

Einen Ausfressschutz kann man über die Zellen stülpen wenn diese verdeckelt sind. Dies verhindert, dass die Zellen seitlich ausgefressen werden. Zellschützer hält er jedoch für besser. Ab dem 8-9. Tag werden sie darüber gestülpt. Dies hat den Vorteil, dass die Zellen nicht verbaut werden. Wenn es zu stark honigt, werden die Zellen unter Umständen so stark verbaut, dass die Zelle nicht mehr atmen kann und die Königin im Inneren erstickt. Die Zelle ist so optimal geschützt.

Wenn die Zellen angezogen wurden und verdeckelt sind, ist diese sehr stoßempfindlich. Die Made hängt am Gelee Royal und frisst daran. Wenn sie einen Stoß bekommt, reißt sie ab und man erhält am Schlupftermin nur eine weiße abgestorbene Made. Erst ab dem 14. Tag als Krabbelzelle wird sie unempfindlicher und man kann sie besser hantieren. Ist man schon so weit gekommen und man zerstört durch diese Unachtsamkeit seine Zucht, so ist das äußerst ärgerlich.

Wenn eine Königin geschlüpft ist und es verbleibt in der Zelle ein kleiner Überschuss an Gellé Royal, kann man mit Sicherheit sagen, dass die Königin gut versorgt wurde.

Magnus arbeitet mit keinem Brutschrank, sondern seine Zellen verbleiben zwei bis drei Tage bis vor dem Schlupf im Finisher. Danach werden sie entnommen, in einer Styroporkiste auf Schafswolle gebettet und in die Begattungseinheiten verbracht.

Magnus weist darauf hin, dass unbedingt darauf geachtet werden muss nicht zu spät auf die Belegstelle zu wandern. Die meisten Königinnen werden am 8. Tag brünftig. Daher sollten diese optimaler Weise am 5. Tag auf die Belegstelle verbracht werden. Reist man zu knapp an und die Königin ist bereits in Hochbrunft, werden diese unter Umständen zu rasch aus den Begattungseinheiten getrieben und sind verloren. Nach 14 Tagen sollte man optimale Ergebnisse erhalten haben. Lieber eine Woche länger stehen lassen wenn die Wetterbedingungen nicht optimal waren.

Magnus setzt auch bei seinen kleineren Überwinterungseinheiten bewusst auf Holz und nicht auf Styropor. Man möchte schließlich winterharte Bienen haben und hier keine Selektion in die andere Richtung vornehmen.

Magnus ging ausführlich auf die Bewertung mit dem Bewertungsbogen ein.

Übergeordnete Kriterien sind hierbei:

  • Geburtsjahr
  • Datum (Einblick ins Volk)
  • Wetter
  • Vitalität der Biene, der Brut sowie die Überwinterung.
  • Sanftmut
  • Schwarmträgheit
  • Fruchtbarkeit
  • Wabenstetigkeit
  • Ertrag mit verschiedenen Trachten
  • Wabenbau – Gleichmäßigkeit und Wirrbau
  • Propolis Art der Intensität
  • Varroa VSH und Hygieneverhalten, Schäden (Varroamasse im Verhältnis zur Bienenmasse


Bewertungskriterien in Ziffern 1-6 (6 die Beste und 1 die schlechteste Bewertung)

Vitalität der Bienen. Eine schlechte Vitalität im Frühjahr ist oft auf eine mögliche Nosema Erkrankung zurückzuführen. So manches Ma führen auch schlechte Ausflugsbedingungen zu einem abkoten im Stock. Vitalität meint aber eigentlich das Verhältnis der vorhandenen Bienenpopulation zur aufgezogenen Brutmenge. Die Langlebigkeit der Einzelbienen. Problematisch wird es bei viel Brut und wenig Bienenmasse. Der Optimalzustand ist wenig Brut und viele Einzelbienen – dies spricht für die Langlebigkeit. Die Vitalität der Brut ist ebenso entscheidend. Inzuchtdepression ist zu vermeiden. Infektiöse Brutkrankheiten wie Sackbrut, Kalkbrut oder Amerikanische Faulbrut sind äußerst negativ. Brutlücken sind ebenso schlecht zu bewerten.

Sanftmut. Eine schnelle Bearbeitung der Völker sollte zu allen Jahreszeiten gegeben sein. Die Bienen sollten in etwa das Selbe Verhalten zeigen. Bei Bienengerechter Witterung sollte auf jede Schutzkleidung verzichtet werden können. Verfolgungswut ist in keinem Fall zu dulden. Diese Eigenschaften darf niemals gefestigt werden. Eine gewisse Griffigkeit ist kein Problem.

Wabenstetigkeit. Bei Buckfast und Ligustica ist diese Eigenschaft gekoppelt. Die Bienen sollen die Flügel spreizen und auf der Brut bleiben. Negativ ist zu bewerten, wenn sich seitlich an den Rähmchen kleine Bienentrauben bilden oder die Bienen hektisch auf der Wabe herumlaufen. Auffliegen ist ganz schlecht. Es besteht hierbei die Gefahr, dass die Brut verkühlt.

Schwarmträgheit.
Ist der natürliche Vermehrungstrieb über Schwärme neue Völker zu gründen. Es wäre völlig unnatürlich dieses Verhalten völlig wegzuzüchten. Leicht lenkbar, ohne Schwarmdusel und keine Entnahme von Bienenmasse sollte notwendig sein. Wenn einem normalen Volk in Trachtzeiten Raum nach oben gegeben wird, so sollte sich der Schwarmtrieb damit lenken lassen. Mit Ausbrechen von Näpfchen sollte das Problem behoben sein. Eine völlig schwarmträge Biene ist natürlich unerwünscht, da diese in der Schlussfolge irgendwann auch kein Interesse mehr daran hat Zellen zu pflegen.

Schwarm produziert Schwarm. Heißt: Schlägt man einen Schwarm mit einer jungen Königin ein und belässt diese darin, wiederholt sich das Spektakel im nächsten Jahr garantiert. Wenn man darauf Königinnen nachzieht trägt man das Schwarmverhalten immer weiter.

Fruchtbarkeit. Das Leistungsmerkmal das man am meisten sucht. Die Brutausdehnung sollte räumlich und zeitlich erfasst werden. Die Ausdehnung der Brut ist Licht gesteuert. Bis 21.06 wächst die „Kugel“ immer weiter. Brut – Pollen – Honig im Aufbau von innen nach außen. Wer Bienen züchtet und selektiert darf kein Pressing betreiben. Das Volk soll sich ausdehnen können und wachsen, daher kann hier gerne von der 2 bis zur 11 Wabe Brut vorhanden sein, auch wenn die Randwaben nicht so bebrütet sind wie die zentralen. Auf sechs oder sieben Waben kann man nie erfahren was in so einer Biene steckt. Fruchtbare Völker sind weit weniger empfindlich gegen Stress. Winterbrutstopp ist gerne gesehen. Ende Oktober sollte die Königin aufhören zu legen. Ausgedehnt bis Februar ist ideal.

Wabenbau und Wirrbau. Bei Einhaltung des bee space sollte keinerlei Wirrbau entstehen. Der Wabenbau sollte gleichmäßig und ohne großen Zellenversatz sein. Wenn man nach der Saison noch ein sauberes Absperrgitter hat, kann man dies sehr gut als Indikator nehmen.

Hochverdeckelung der Brutwaben ist erwünscht. Fallen diese ein, ist sofort zu erkennen dass etwas nicht in den Zellen in Ordnung ist.

Propolis. Eine mäßige Anwendung ist nicht zu allen Jahreszeiten erwünscht. Übermäßiges zukitten ist als schlecht zu bewerten. Meist ist dieses unerwünschte Propolis hell und klebrig. Mäßig verwendet ist es eher rötlich orange. Keine wirtschaftlich gute Eigenschaft.

Winterfestigkeit.
Das Verhältnis der Bienenmasse im Herbst zu der im Frühjahr sollte in etwa gleich sein.

Magnus Menges zeigte uns anhand seines Verfahrens einen alternativen Hygienetest mit Kohlensäure anstatt mit flüssigem Stickstoff. Hier lässt man Brut künstlich absterben. Nach 24 Stunden schaut man, ob die Brut zuverlässig ausgeräumt wurde. Dieses Verfahren hat den Vorteil, dass es weniger gefährlich ist und die Verletzungen die man sich durch flüssigen Stickstoff zuziehen kann wird minimiert. Man zählt danach aus, wie viele Zellen die Bienen ausgeräumt haben. Optimal macht man dies mit Brut ab dem 18. Tag.

Abschließend erklärte uns Magnus in verständlicher Weise die Pedegree Schreibweise.

Für viele, welche diese bis dahin ein Buch mit sieben Siegeln darstellte – war dies nach den Erklärungen möglicherweise immer noch so J

(was nicht an der Darstellung von Magnus lag).

Am Ende seines Vortrages ging er auf alle ausstehenden Fragen der Anwesenden ein. „Wirtschaftlich gesehen vereint die Buckfastbiene die positivsten Eigenschaften in sich.“ Und: Buckfastzucht ist die Evolution der Biene in einer schnelleren Art und Weise. Mit diesem Abschlusssatz von Magnus Menges bedanken wir uns bei ihm, dass er sich diesen Tag für uns genommen hat um uns alle für die Zucht zu begeistern. Es war ein äußerst inspirierender wie aufschlussreichen Vortrag.

Besten Dank!


Alexander Dörr, 13.02.2017