Baltrum

Baltrum 2013

2013 gab es im Verein einige mutige Imker, die sich für die Belegstelle in Baltrum angemeldet hatten. Vielen Dank an Christoph Brucker der mir die Erlebnisse vor Ort geschildert hat. Lest selbst wie es den Imkern ergangen ist:

Mit meinen 20 Königinnen und dem Gesundheitszeugnis in der Tasche bin ich am Sonntagabend den 16.06.2013 um 19.00 Uhr losgefahren. Um 2.30 Uhr kam ich dann in Neßmersiel an. Nun konnte ich mich noch ein paar Stunden aufs Ohr legen, denn die Frachtfähre mit unseren Königinnen sollte um 5.30 Uhr ablegen. Weil die Frachtfähre leider einen Kranschaden hatte, legten wir dann mit der Personenfähre um 7.30 Uhr ab. Zuvor genossen wir, es waren zwischenzeitlich noch mehr Imker mit ihren Königinnen gekommen, den Sonnenaufgang und luden die Begattungseinheiten in die bereitstehenden Gitterboxen der Fähren. Dann wurden die Gitterboxen unter der Regie des Belegstellenleiters Detlef Kremer und des Fährpersonals auf die Fähre geladen.

Nach ca. 45 Minütiger Überfahrt auf die Insel Baltrum wurde alles entladen und mit Elektrostapler (Motorfahrzeuge sind auf der Insel nicht erlaubt) auf die Waage gestellt, denn die Kosten der Fracht richten sich nach dem Gewicht. Anschließend wurde alles auf Pferdekutschen geladen. Nun fuhren wir mit der Pferdekutsche in die Dünen zum Begattungsplatz. Leider blieb ein Wagen in einer Sandmulde stecken. Diesen mussten wir abhängen und fuhren mit einem Wagen weiter, entluden diesen und fuhren zurück. Der zweite Wagen mit unseren Begattungseinheiten wurde an den leeren Wagen angehängt und mit 2 PS (Pferdestärken) und 5 MS (Männerstärken) ging die Fahrt dann auch mit dem zweiten Wagen weiter zur Belegstelle.

Die leeren Wagen fuhren zurück in den Hafen und wir begannen die Begattungseinheiten aufzustellen. Wir kontrollierten nochmals ob alle Fluglöcher geöffnet sind und Detlef führte uns anschließend noch zu den Drohnenvölkern welche er noch mit Biozuckerwasser fütterte, denn die Drohnenvölker müssen immer mit genügend Futter bei guter Laune gehalten werden, denn auf der Insel gibt es keine Trachtpflanzen. Dann hatten wir noch ein paar Stunden Zeit uns zu erholen und etwas zu essen bevor wir die Rückfahrt antraten.

Da das Wetter in der ersten Woche nicht das beste und die zweite Woche ganz verregnet war, holten wir unsere Begattungseinheiten eine halbe Woche später als geplant am 04.07.2013 ab. Detlef sagte bei einem Kontrollgang sind Drohnen bei einer Temperatur von 15 Grad ausgeflogen. Das bedeutet, dass auch Königinnen in der Luft waren.

Am Donnerstag fuhren wir mit der letzten Fähre um 19.00 Uhr wieder nach Baltrum und konnten auf der Überfahrt auch die dort lebende Robbenkolonie besichtigen. Nach der Ankunft gingen wir in die Dünen zu unseren Begattungseinheiten, schlossen die Fluglöcher und luden sie auf den bereitstehenden Wagen in die Gitterboxen. Nun saßen wir noch bei einem Bier in gemütlicher Runde bevor wir schlafen gingen. Einige im Zimmer mit Frühstück und die Restlichen konnten mit Schlafsack im Wartehäuschen der Fähre übernachten. Nach dem Frühstück kamen unsere Begattungseinheiten auf dem Pferdewagen welche wieder gewogen und auf die Fähre geladen wurden. Nach der Überfahrt nach Neßmersiel beluden wir unsere Fahrzeuge und verabschiedeten uns voneinander.

Unser Begattungserfolg lag zwischen 75% und 100%, bei mir waren es 80%. Da kann man sehr zufrieden sein.


Christoph Brucker