Jahresausflug 2017 - Buckfast-Süd trifft Raymond Zimmer

Vereinsausflug der Buckfastimker Süd e.V. – 25.-26.03.2017
„Welch ein schöner Garten“

 
…soll der Sonnenkönig Ludwig XIV ausgerufen haben, als er vor mehr als 300 Jahren erstmals das Elsass erblickte.
 
Imposante Burgen, idyllische Dörfer, herrliche Landschaften, gute Imker und natürlich jede Menge gemütlicher Weinstuben: Dafür ist das Elsass bekannt. Das dachte sich vermutlich auch unsere Vereinsführung und organisierte einmal wieder einen bis ins Detail perfekt geplanten Ausflug für seine Mitglieder.
 
Für die  Frühaufsteher unter uns, ging die Reise bereits um 05.30 Uhr am Betriebshof der Fa. Müller Reisen in Massenbachhausen los.  Es hatten jedoch auch nur die „Frühaufsteher“ eine Möglichkeit zur Teilnahme an unserem diesjährigen Ausflug, denn das Programm war schon etwas Besonderes und die Plätze im Bus innerhalb kürzester Zeit vergeben. Via Zustiegsmöglichkeiten in Leonberg, Pforzheim, Ettlingen und Offenburg ging unsere Tour schon dem ersten und eigentlichen Highlight der Fahrt entgegen – dem Besuch bei Raymond Zimmer. Zuvor mussten wir jedoch eine Zwangsverlängerung von einer guten Stunde auf der Autobahn hinnehmen. Aber wie sagte schon ein berühmter Deutscher Dichter: „Mann reist ja nicht um anzukommen, sondern um zu reisen“. Wer danach oberflächlich angesäuert war, wurde mit einem liebenswerten Buckfast Süd Frühstück bei Sonnenschein und Rheinblick wieder zum Besten gestimmt.


Das Elsässische, ein alemannisch-moselfränkisch geprägten Dialekt der Deutschen ist einem insbesondere im westlichen Baden-Württemberg sehr vertraut. So begrüßte Raymond einen jeden von uns persönlich mit Namen und Handschlag als wir auf dem Bienenstand seines Freundes ankamen. Die anwesenden Damen bekamen auch noch eine charmante Bemerkung hinzu. Wer ihn noch nicht kannte, der lernte ihn als einen äußerst offenen, interessierten und charismatischen Menschen kennen. So saßen wir bei einem herzlichen Willkommenstruck zu Elsässer Gewürztraminer und klassischem Französischem Gugelhupf beieinander. Alle hörten angespannt zu, als Raymond einige Anekdoten aus seinem reichen Imkerleben zum Besten gab. Alles gewürzt mit einer herrlichen Prise erstklassigem Humor, wie es nur jemand zu vermitteln vermag, der einen reichen Schatz an Lebenserfahrung in sich trägt.

Es herrschte eine sehr angenehme und gelöste Stimmung und wir konnten beim anschließenden Standbesuch des befreundeten jungen Berufsimkers auf selbem Gelände einige Blicke in die Völker werfen. Leider war es trotz fantastischem Sonnenschein noch nicht der wärmste Tag und zudem recht windig. Jedenfalls löste sich die Gruppe vor den Völkern nach nicht allzu langer Zeit nach und nach auf und widmete sich dem reichhaltigen Mittagsbuffet . Vielleicht lag es auch gar nicht an den Bienen – man weiß es nicht genau…

Währenddessen hatte ein jeder von uns die Gelegenheit, sich sein eigenes Exemplar des neu verfassten Buchs von Raymond Zimmer signieren zu lassen. Wer noch keines hatte, konnte ein solches erwerben. Viele von uns ließen sich dies nicht zwei Mal sagen und es war stellenweise Schlange stehen angesagt. Für Raymond war dies sicherlich nicht ganz leicht, doch er nahm sich geduldig Zeit für einen jeden von uns. In keinem der Bücher liest sich eine ähnlich klingende Widmung. Das spricht schon für sich allein.
 
Der Nachmittag verging rasant und wir bekamen zum Geleit und als eine Art kleines Gastgeschenk von Raymond noch einen Bund selbst geschnittener Weidensetzlinge mit, welche von einer speziellen Art stammen und das ganze Jahr über Pollen an unsere Bienen spenden. Zwischen Besuch des Bienenstandes und Bezug des Hotels stand nun noch eine Weinverkostung in einem kleinen Familienbetrieb an den nahegelegenen Weinlagen mit Blick auf die Vogesen an. Unser Busfahrer erhielt zu Recht einen kräftigen Applaus beim zentimetergenauen manövrieren durch die Teils engen Sträßchen der Elsässer Dörfer. Die Führung durch den Betrieb war schön, die Probe danach noch besser und so mussten einige Koffer im Ladeabteil des Busses bei Seite geschoben werden um Platz für das Wesentliche zu schaffen. Da der Nachmittag voll ausgekostet wurde, kamen wir spitz auf Knopf in unserem Hotel im nahe gelegenen Horbourg-Wihr an. Das 4-Sterne Hotel L´Europe empfing uns und die Zimmervergabe ging dank guter Planung schnell und reibungslos von statten. Kurze Zeit später trafen wir uns wieder in angenehmer Atmosphäre zum reservierten 3-Gang Abendmenü sowie dem ein oder anderen Tischgetränk im Hotelrestaurant. Tolles Essen und ein reger Austausch unter den bekannten und unbekannten Teilnehmern war das Gebot der Stunde und wir genossen den Abend.

Punkt 8.30 Uhr nach ausgiebigem Frühstücksbuffet war Abfahrt am nächsten Tag. Dieser war prall gefüllt mit kulturellen Pralinen. Erste Anlaufstelle war die Stadt Colmar, wo eine Stadtführung für uns arrangiert war. Die hatte es nicht nur wegen des Elsässer Unikats in sich, welcher uns auf seine Weise kurzweilig aber voller Lust an der Sache die Stadt nahe brachte. Die drittgrößte Stadt des Elsass beeindruckte uns mit seinen Fachwerkhäusern, Kanälen und der blumengeschmückten Altstadt. In dieser überschaubaren elsässischen Kleinmetropole findet sich ein unglaublich reiches Kulturerbe. Wir entdeckten unter anderem das berühmten Viertel  „Klein-Venedig” sowie die Gassen der ehemaligen Gerber. 
 
Mit einer knappen Stunde Verspätung kamen wir wieder am Bus an. Unser Fahrer Mile hat jedoch auch das hinbekommen. Er setzte uns pünktlich zur Mittagszeit zum Flammkuchenessen im Restaurant Caveau des Rois in Riquewihr ab. Eine Postkartenidylle empfing uns nach dem Essen beim Eintreffen in dem kleinen Örtchen. Nun hatte ein jeder von uns die Zeit und hoffentlich auch die Muße sich in diesem traumhaft gelegenen Dorf noch etwas die Zeit zu vertreiben. Riquewihr, eines der unumgänglichen Besichtungsziele des Elsass ist ein wahres Freilichtmuseum, dass sich hinter seinen heute nur noch von Rebstöcken belagerten Stadtmauern seine Ursprünglichkeit bewahrt hat.

Unser letztes Ausflugsziel führte uns weiter in den Ort Orschwiller, wo es hoch hinaus ging. Auf die Hohkönigsburg. Gleichermaßen imposant war hier nicht nur der grandiose Ausblick auf die Burg selbst, sondern auch von der Burg in die Ebene. Ein erstklassiger Führer erwartete uns kurz nach unserem Aufstieg, denn auch hier mussten wir - der top Planung wegen, kaum warten. Der junge Mann verstand es, uns mit einer Mischung aus geheimnisvoller Ernsthaftigkeit und trockenem Humor die Geschichte dieser Burg auf eindringliche Art nahe zu bringen. Ein gähnen war jedenfalls keinem der Teilnehmer ins Gesicht geschrieben . Die  Hohkönigsburg wurde im 12. Jahrhundert erbaut und war Zeitzeuge mehrerer Jahrhunderte innereuropäischer Auseinandersetzungen und Rivalitäten zwischen verschiedenen Königen und Kaisern welche ihre Zeit, aber auch die Burg selbst stark geprägt haben.

Wir machten uns auf die etwa 3 Stündige Heimfahrt inklusive Abschlussimbiss am bekannten Rastplatz. Ein Wochenende voller schöner Eindrücke und dem Austausch unter Gleichgesinnten neigt sich dem Ende entgegen. Dass es ein Erfolg war, lässt sich daran messen, dass wir gut und gerne den Bus für das kommende Jahr bis zum letzten Platz wieder hätten füllen können.

Vielen Dank an die Organisatoren dieser tollen Unternehmung!
 
Alexander Dörr, 01.04.2017