Dezember

Das Kalenderjahr schließt und damit endet auch meine Aufgabe mit monatlichen Anregungen, Ihnen, liebe Leser, den Umgang mit Ihren Bienen zu erleichtern.

Bevor ich mich verabschiede, gibt es im Dezember noch einen wichtigen Eingriff an den Bienenvölkern vorzunehmen. Wenn in den Völkern die letzte Brut ausgelaufen ist, muss noch einmal gegen die Varroamilbe vorgegangen werden. Wann sind die Völker brutfrei?
In der Regel hören auch die stark brütenden Völker mit den ersten harten Frost auf, neue Brut anzulegen. Wenn man davon ausgeht, dass es spätestens Ende November richtig kalt wird, dann ist die Brut noch vor Weihnachten ausgelaufen.
Wer sich nicht auf sein Gefühl verlassen will, kann auch bei Kälte eine schnelle Kontrolle an seinen Völkern vornehmen und sich vergewissern, dass die Brut wirklich ausgelaufen ist. Das Mittel der Wahl für die Restentmilbung ist momentan 3,5%ige Oxalsäure. In dem Set Oxuvar (Bild 1) finden sich alle Zutaten und die Anleitung, um eine 3,5%ige Oxalsäurelösung herzustellen.

Bild 1

Die Oxalsäurelösung wird mit einer geeigneten Dosierflasche oder einer 50-ml-Spritze auf die Bienen der Wintertraube geträufelt. Für ein starkes Volk werden 5o ml eingesetzt. Bei schwächeren Völkern weniger. Die Völker können auch bei Frost geöffnet werden. Die Wirkung ist besser, wenn die Bienen in der Wintertraube eng sitzen.
Es ist darauf zu achten, dass alle mit Bienen besetzten Wabengassen von der Oxalsäurelösung benetzt werden. Die Oxalsäurelösung verliert schnell ihre Wirksamkeit im Volk. Sie kann nicht schnell genug von Bienen aus einer Gasse in die nächste weitergereicht werden. Deshalb ist eine feine Verteilung auf die Wabengassen wirklich sehr wichtig. Um die 5o ml Lösung richtig zu verteilen, müssen die Wabengassen mehrmals beträufelt werden.

Bild 2
Bild 3

Völker, die auf einem Brutraum sitzen, werden einfach von oben behandelt (Bild 2). Bei zweiräumiger Überwinterung sitzen die Bienen meist tiefer in der Beute und können von oben schlecht mit Oxalsäure benetzt werden. In diesem Fall müssen die Bruträume getrennt werden, um die Bienen gut zu erreichen (Bild 3).
Es steht hier am Ende, aber es ist dafür umso wichtiger: Bitte beachten sie, dass sie beim Umgang mit der Oxalsäure ihren persönlichen Schutz nicht vernachlässigen!

Wer sich lieber auf Altbewährtes stützt, kann natürlich auch weiterhin Perizin nach Anleitung verwenden. Man sollte sich aber bei der Anwendung bewusst sein, dass sich der Wirkstoff Coumaphos schnell im Wachs sowie in Propolis anreichert. Das erfordert einen konsequenten Wachskreislauf, um möglichst wenig mit Coumaphos belastetes Wachs in den Bienenvölker weiterzuverwenden.

Bild 4
Bild 5

Eine Möglichkeit dafür ist, dass viel Wachs und auf jeden Fall alles Wachs aus dem Brutraum nicht mehr in Bienenvölkern verwendet wird. Einer Verwendung als Kerzenwachs steht nichts im Wege (Bild 4 und 5). Zur Kontrolle ist es auch ratsam, sein Wachs auf Rückstände untersuchen zu lassen. Dafür gab es im ablaufenden Jahr die Möglichkeit, eine Förderung durch unseren Landesverband zu erhalten. Ich hoffe, dass das Programm fortgesetzt wird.

Über die langen Wintermonate hat der eine oder andere vielleicht Zeit und Lust, sich nicht nur um das Wohlbefinden seiner Honigbienen in Zukunft, sondern auch um das ihrer nahen und fernen Verwandten zu kümmern. Mit dem Bau und dem Aufstellen von Nistmöglichkeiten (Bild 6) wird nicht genug getan sein. Wir müssen auch, wo es möglich ist, auf den Erhalt der Vielfalt in unserer Landschaft achten, um die Nahrungsgrundlage für die wichtigen Bestäuber zu erhalten. Nutzen wir das offene Ohr der Gesellschaft und unserer Kollegen aus der Landwirtschaft in diesem Sinne.

Bild 6

Nachdem ich mich nun 11 Monate vor allem mit den Bienenvölkern beschäftigt habe, will ich wenigstens zum Schluss noch eine der vielen möglichen Verwendungen für das wichtigste Produkt aus dem Bienenvolk, den Honig, aufgreifen.
Meine Mutter hat uns immer Lebkuchen nach einem einfachen Rezept gebacken. Die wurden von uns nicht nur zur Weihnachtszeit gerne gegessen. Für alle, die auch gerne Lebkuchen essen, hier ist das Rezept.

Feine Lebkuchen, Rezept für 1 kg Mehl von Gertrud Fehrenbach

Zutaten: 125 g Butter, 500 g Honig, 375 g Zucker, 3 Eier, 4 Teelöffel Zimt, gemahlen, und 1 Teelöffel Nelken, gemahlen, 50 g Zitronat und 50 g Orangeat, 1 kg Mehl, 2 ½ Päckchen Backpulver, 125 g gemahlene Haselnüsse, 1 Prise Salz
(Ich verzichte immer auf Zitronat und Orangeat, was dem Genuss kein Abbruch tut.)

Teig: Für den Teig Honig, Zucker und Butter unter Rühren erwärmen, bis alles gut gelöst ist. Anschließend die Masse abkühlen lassen (Bild 7). Abgekühlte Masse in eine gut gefettete Schüssel geben und die verquirlten Eier, die Gewürze und die Haselnüsse unterrühren. Das Mehl vermischt mit dem Backpulver darüber sieben und unterkneten. Es hilft, wenn man auch die Hände gut einfettet, damit der Teig nicht so an den Fingern kleben bleibt. Den fertigen Teig einige Stunden kühl ruhen lassen (Bild 8).

Zum Backen den Teig ca. 1 cm dick ausrollen. Die Menge ergibt zwei große Backbleche. Es können auch Figuren ausgestochen werden.

Die Lebkuchen werden bei 180° C ungefähr 20 min. gebacken. Bitte die Lebkuchen nicht zu dunkel werden lassen, da sie sonst zu trocken werden.

Nach dem Backen wird der Lebkuchen sofort mit Zuckerglasur bestrichen und in Stücke geschnitten (Bild 9).

Bild 7
Bild 8
Bild 9

Es bleibt, mich von den Lesern zu verabschieden. Ich wünsche allen Lesern und ihren Familien und Angehörigen eine besinnliche Weihnachtszeit und ein gesundes Jahr 2013. Das neue Jahr darf für alle ruhig so werden, wie das nun vergangene hätte sein sollen. Liebe Grüße aus Ravensburg, ihr Klaus Fehrenbach.

Frohes Fest